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Zehn Jahre Verlen – das ist die Geschichte von fünf Alben und ein paar Singles, von Rock am Ring und kleinen Kellerlöchern, von umjubelten Tourneen und hymnenhaften Presseartikeln, von besorgniserregenden Gesundheitszuständen und aufrichtiger Freundschaft.

Das Jubiläum einer der letzten großen noch lebenden Indie-Rock-Bands Deutschlands steht nun an. Gefeiert wird dies mit dem fünften Longplayer, der die Band in bewährter Abriss-Manier zeigt: Biestige Gitarrenriffs, niederschmetternde Schlagzeug-Rhythmen und Melodien die zu Herzen gehen. Da spielt die Band einen Blues-Song, eine Hommage an die Doors, der bei aller Verehrung für die Ursprünge der Popmusik dennoch dermaßen visionär klingt. Es gibt die großen Momente fürs Herz, es gibt die hasserfüllten Zornes-Schreie. Und es gibt die Tanzflächenfüller. Christoph Vidakovic und Joel Ameloot duellieren sich am Mikrofon – am liebsten würde man von Duett sprechen, wenn es nicht so falsch wäre. Die einstigen Vorbilder sind längst der Definition des ureigenen Verlen-Sounds gewichen. Eine Band, die sich selbst leitet, die nicht „klingt wie irgendwer“.

Aufgenommen haben Verlen ihr fünftes Album von September 2010 bis Februar 2011 in Frankfurt bei Szene-Größe Dimi Conidas. Die Platte wird „Blood And Gold For Everyone“ heißen und bedient damit in bewährter Verlen-Tradition gleich die Metaebene. Keine synthetischen Sounds, keine Drum-Machine. Verlen ziehen blank. Und hauen zum Zehnjährigen mal eben so ihre beste Platte raus.

Christian Preußer

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